Lake Ohau bis Wanaka

4.3. bis 7.3.

 

Erst um 10h starten wir über Hügel in die nächste Ettappe des TA. Nach eher trockenen und staubigen Ebenen endet unser erster Tag am Ahuriri Fluss. Er fkiesst durch ein eindrückliches Tal fliesst und ist zum Furten nicht ganz ohne. Am anderen Ufer schlagen wir unser Lager auf. Ein wortkarger Amerikaner leistet uns "Gesellschaft".

Am nächsten Tag erklimmen wir in einem stundenlangen Aufstieg mit viel Bergwind im Gesicht den Martha-Sattel und finden als Letzte noch eine Bank in der überfüllten Top Timaru Hütte (6 Plätze). Viele Anwesende sind bereits bekannte Gesichter. Wir freuen uns diese erneut zu treffen. Ein Pärchen nordwärts ziehender Landsläute aus dem Berner Ostring verbringt die Nacht auf dem Hüttenboden.

Wir flüchten bereis um 6h am Morgen aus der engen Unterkunft. Im Timarufluss laufen wir für rund vier Stunden zu Tale. Wir hüpfen lange auf Steinen über den Bach, verlieren aber schlussendlich gegen die zunehmenden Wassermassen und abnehmenden Hüpfsteine. Es beschert uns wieder einmal nasse Füsse, Socken und Schuhe für Sarah und Giorgio. In nur 2 km geht der kaum zu erkennendet Weg schnurherade 500 Höhenmeter einen staubigen Hang hinauf. Ein hässlicher Wadenbeisser und Sehnenkiller und alles noch vor dem Mittagessen. Definitiv nicht Giorgios Lieblingsstelle. Die alte Hütte lädt auch nicht zum Verweilen ein. Wir gönnen uns eine ausgiebige Mittagsrast an der Sonne und im Windschatten der Hütte und beschliessen boch 4h weiter zur nächsten Hütte zu wandern. Über einen 4x4 Track und mit heftiger Unterstützung des Windes, für einmal von hinten, fliegen wir fast hoch bis zum Sattel und zum Brest Hill Gipfel. Dort sieht man in einem 360 Grad Panorama über halb Otago und duzende von Berggipfeln. Lake Hawea liegt majastätisch dazwischen. Beim Abstieg zur Hütte macht sich in unseren Knien die Müdigkeit bemerkbar.

Am Morgen starten wir wieder früh im Nebel und klettern mit viel Aussicht über einen Kamm 900 Meter in die Tiefe. So entkommen wir dem Schneefall, der 2 Stunden nach unserem Aufbruch einsetzt. Am Seeufer erwartet uns viel unerwarteter Sonnenschein und eine Tasse heiss ersehnter Milchkaffee. Nach einem Spaziergang entlang des Lake Hawea Kanal erreichen wir Albert Town. Von dort fährt uns ein netter einheimischer Schreiner im Abendverkehr bis zum... Ja ... wohin wohl ... zum...

Zeltplatz. Alles andere war wieder mal bereits komplett ausgebucht.

Messezeit in Wanaka

7.3. bis 10.3.

 

Wir bewohnen für zwei Tage eine Kabine auf dem Zeltplatz. Eine Nacht müssen wir dann doch noch zelten. Wegen der Wanaka a&p Show (Agriculture and Pastoral Show = neuseeländisches Pendant der BEA) reisen Carladungen von Besuchern ins Städtchen. 50'000 kommen um Kühe, Pferde und anderes Getier zu bestaunen. Daneben gibt es 400 Verkaufsstände, eine gigantische Hüpfburg, Holzhackwettbewerbe und vieles mehr. Das sehen wir uns noch kurz an, bevor wir weiterziehen.

Wanaka bis Queenstown

10.3. bis 15.3

 

Am See entlang schlenden wir los, bei wolkenlosem Himmel. Nach nur drei Stunden beenden wir unseren Tag auf dem Campingplatz in Glendhui Bay. Dort schlagen wir unser Zelt auf und geniessen den Abend mit einer Packung Chips und einem eisgekühlten Ginger-Ale.

Dem Fluss entlang schlängelt sich der Weg zur Highlander Creek Hütte. Dort vertreiben wir uns die Zeit beim Kartenspielen. Am nächsten Morgen stiefeln wir bei Regen bis zur Roses Hütte. Beide zu überquerende Gipfel liegen dabei in den Wolken verborgen. In der Hütte trocken wir unsere nassen Kleider mir unserer Körperwärme. Schade das dies mit unseren triefnassen Schuhen nicht funktioniert. Da wir am 14. in Arrowtown bereits gebucht haben, gehts sehr gemütlich über die Hügel. Die letzte Nacht verbringen wir direkt am Arrow River im Zelt, umgeben von Millionen von Sandflies. Zum Glück sitzen wir drinnen und die Fliegen hocken draussen. Nur gut das wir unser Kopfnetz behalten haben. Nach dem letzten Pass, dem "Big Hill", endet der Track mitten in Arrowtown, eine alte Goldgräberstadt, die ein bisschen an den Wilden Westen erinnert. Wir kommen gerade recht zum Mittagessen. Das Treiben im ca. 200 Meter langen Zentrum überfordrt uns etwas und wir kommen uns in der schicken Shoppingmeile wie Aliens vor. Mit Freude geniessen wir beim Italiener frische Tortellini mit Seafood und einen Latte Macchiato.

Um eine unangenehme Strecke auf der Strasse zu vermeiden lassen wir uns von einer netten Neuseeländerin im Auto mitnehmen. Diese meint es etwas zu gut mit uns und schiesst deutlich übers Ziel hinaus. Statt 3 km gehen wir darum nur noch mickrige 500 Meter dem idyllischen Lake Hayes entlang. Kurze Zeit, einen Milchkaffee und ein paar Kilometer später flanieren wir durch den Queenstown Garden Trail ins Städtchen hinein. Die vielen Touristen irritieren uns zu Beginn etwas. Zufrieden erreichen wir bereits um 14h unsere Unterkunft und laden für einen Stadtbummel dort unser Gepäck ab.

Ausschlafen in Queenstown und Glenorchy

15.3. bis 19.3.

 

In Qeenstown gibt es alles was das Adventure-Herz begehrt. Von Reality Entertainment Systemen, wo man mit Plastikpistolen auf irgendwelchen Schrott schiesst, über Geisterbahn, zu Bungeejumping-, Skydiving- und Jetboat-Angeboten bis zur Fahrt mit einem als Monster verkleideten Mini Unterseeboot. Genügend Kleingeld und Langeweile wird vorausgesetzt. Wir begnügen uns mit mondänen Dingen wie Essen. Nämlich beim hippsten Burger Takeaway der Stadt Fergburger. Dieses Lokal ist geöffnet von 8 Uhr morgens bis 5 Uhr Nachts und die Schlange immer beachtlich. Wir erwischen ein gutes Zeitfenster für ein spätes Mittagessen nachmittags um 3 Uhr. Nach nur 30 Minuten kriegen wir unseren "Fastfood". Die Entzückung unserer eingeladenen Hikerfrwunde Mel, Bee und Tom ist gross. Der Burger schmeckt dann auch wirklich ausgezeichnet und das das Ambiente am Stand tut sein Bestes dazu. Wir runden das Mahl mit einer gewaltigen Ladung Ice Cream von Patagonia ab und drohen danacoh fast zu platzen. Das Nachtessen wird Mangels Platz im Bauch ersatzlos gestrichen. Für die Fahrt nach Glenorchy nehmen wir den Shuttlebus. An einem besonders schönen Aussichtspunkt hält der Chauffeur an und zeigt uns und zwei weiteren Hikern, wo uns unser Track hinführen wird. Anscheinend erwartet er, dass wir aussteigen und ein Foto schiessen. Aber heute sind wir sogar dazu zu faul. Auch die beiden anderen quittieren den Kommentar mit einem müden Lächeln und es geht wieder weiter ins 30 Minuten entfernte Hikermekka. Hier surfen wir im Gratisnetz des Hotels und strecken unsere Beine aus.

Greenstone bis Te Anau

19.3. bis 21.3.

 

Nach einer kurzen Shuttletour dem See entlang erreichen wir den Greenstone Carpark und den Beginn des Trails. Der erste Teil startet mit einem leichten Trampingtrack entlang des namengebenden Greenstone River. Später folgen wir dem Lauf des Mavora River über weiche Moosflechten, welche erstaunlich schwierig zu begehen sind. Nach einem Bad im Fluss nächtigen wir in der etwas engen Taipo Hütte. Wir teilen uns aus Platzgründen eine Bunk auf den grosszügig bemessenen Matratzen. Weiter geht es über uns bereits bekannt erscheinende Tussockfelder. Diese ragen teilweise deutlich über unsere Köpfe und über die Markierungen hinaus. Wir schaffen es, weder uns noch den Weg zu verlieren und den 4WD-Track zum North Mavora Lake zu finden. In der idyllisch am See gelegenen Carreys Hut machen wir eine Mittagsrast. Am Nachmittag erreichen wir das Ende des Sees und schlagen an seinem Ufer unser Zelt auf.

Nach einem späten Frühstück im Schlafsack und zwei Stunden Gehzeit lassen wir auch den kleineren Zwilling, den südlichen Mavora-See hinter uns und wandern durch dichte Wälder zu Tale. Ein angeblich selterer und hypernervöser South Island Robin lässt uns kaum picknicken. Er hüpft und flattert uns aufgereht um die Ohren. Ist er nur freundlich oder hat er es auf unsere Getreideriegel abgesehen? Das bleibt bis zum Aufbruch unklar. Den letzten Abschnitt kürzen wir etwas ab. Statt die 18 km zu Fuss auf der Schotterasse zu trotten, lassen wir uns von einem neuseeländischen Farmland Inspektor chauffieren. Eine gesprächige schottische Köchin fährt uns dann das letzte Stück auf dem Highway bis ins Städtchen Te Anau. 

Gedanken zu Otago

4.3. bis 21.3.

 

Highlights

  • Wundervolle Seen zum zweiten
  • Nachtessen in Wanaka (Best Pizza in NZ)
  • Wir treffen oft auf bekannte Gesichter und scherzen in den Hütten
  • Fergburger in Queenstown, vor allem wegen der strahlenden Gesicher

 

Lowlights

  • Unendlich steiler Aufstieg vor der Stoddys Hut (Giorgio)
  • Zelten für 40 $ in Wanaka wegen der AP Show

 

Aktuelles und Spezielles aus Otago

Der TA zeigt sich in allen Etappen von seiner besten Seite und wir geniessen vorbehaltlos unsere Wanderungen. 

 

• Kissen: In den Hostels und Umterkünften sind immer duzende von Kissen, kein Mensch braucht so viel Unterstützung für sein Haupt, oder?

• Es gibt gratis Tee und Kaffee in nahezu allen Hostels.

• Bezahlen bei Bestellung am Tresen, eine Eigenheit überall hier, finden wir top. Kein lästiges Warten auf die Rechnung. Nach dem Geniessen des letzten Krümmels einfach relaxt heimschlendern.

• Nachtessenszeit ist in Neuseeland zwischen 17 und 21 Uhr. Wo bleibt denn da die Zeit fürs Apero. Wir halten dennoch mehr oder weniger erfolgreich an unserer Aperokultur fest. 

• Die Küchen der Backpacker Hostels sind meist sehr gut ausgerüstet und mehrheitlich sauber. Was wir aber fast nicht aushalten ist die Brutalität, mit der in diesen Küchen teflonbeschichtete Bratpfannen misshandelt werden. Mit eiserner Faust (Löffeln und Gabeln) wird darin rumgekratzt bis sich auch aus der besten Pfanne die Beschichtung lösen muss. Das führt soweit, dass wir auch mal auf unsere eigene Pfanne ausweichen, wenn die des Backpackers zu massakriert aussehen. 

 

Wir haben Southland erreicht.