Wellington

14.4. bis 18.4.

 

Mit einem neuen Auto fahren wir zu unserem Airbnb Haus im Stadtviertel Karori. Am ersten Abend werden wir von Bryonie und Tom mit einem Abendessen verwöhnt. Danach folgt ein ruhiger Tag... wir unternehmen zur Abwechslung gar nix. Den nächsten Tag verbringen wir mit einem gesprächigen Besichtigungstrip durch halb Welligton inkl. Spaziergang im Nebel mit Külli. Gespiesen wird zusammen in ihrer Bleibe. Gekocht haben zu unserem Erstaunen jedoch Külis sympatische Mitbewohner.

Giorgios Geburtstag wird mit Brunch im botanischen Garten eingeläutet. Danach besuchen wir das neuseeländische Nationalmuseeum (Te Papa). Dieses ist für unseren Geschmack jedoch etwas zu vollgestopft. Dinniert wird zusammen mit Bryonie, Külli und Tom mit chinesischem Hotpot. Mit anschliessendem Bier über den Dächern von Wellington. Am frühen Morgen, d.h. 5.45h verlassen wir noch müde die Hauptstadt Richtung Norden für unseren Ausflug nach Kapiti Island.

Kapiti Island und Paraparaumu

18.4. bis 21.4.

 

Am Morgen bringt uns ein Wassertaxi zur Insel. Diese ist 5 km von Festland entfernt und wurde während 20 Jahren von allen importierten Predators (Ratten, Possums, Hermeline und natürlich Menschen) befreit. In den letzten 40 Jahren hat sich dadurch die "ursprüngliche" Flora und Fauna erhohlt. Das heisst alle Vogel sind noch da, oder so ähnlich.

Nach einem kurzen Aufstieg auf den 500 Meter hohen Hügel mit schmuckem Aussichtspunkt geniessen wir die Aussicht, unser mitgebrachtes Zmittag und die Sonne.

Wir regen uns ein wenig über zwei dreiste Drohnennutzer auf, die unsere Ruhe etwas stören und die Insel umschwirren. Per Boot geht es dann zur durch Maori Nachfahren betriebenen Kapiti Lodge. Nach einem leckeren Znacht versuchen wir im Dunkeln unter Anleitung von Biologin Sarah einen Kiwi zu sehen. Obwohl uns durch deren Geschrei fast das Trommelfell platzt, bleibt uns der Vogel im Dickicht verborgen. Egal, die nächtliche Wanderung war trotzdem interessant.

Tongariro National Park

22.4. bis 26.4.

 

Wir wandern bei schönstem Wetter um den "Mountain", d.h um den Ruapehu und durch das Alpin Crossing des Tongariro Gebiets. Zu sehen gibt es Wälder, Felder, Wasserfälle, Krater, Wüsten und blanke, verschneite und vergletscherten Gipfel der Vulkane. In den ersten vier Tagen begegnen wir dort nur einer Hand voll Leuten. Wir übernachten wieder in Hütten und freuen uns über das altbekannte Outdoorflair. Die erste Nacht teilen wir die Hütte mit einer 8er Gruppe schnatterhafter pensionierter Kiwi Lehrerinnen. Wir werden mit der charmanten Frage "Do you have a Hutticket?" begrüsst. Diese wenig subtile Art der Unterstützung für die Hüttenbewirtschaftung verscheucht dann auch einige andere zarter beseitete Wanderer.

An den letzten beiden Tagen wird es deutlich belebter. Den "Great Walk" und vor allem das "Crossing" als Tagesausflug machen ca. eintausend Personen pro Tag. Wir sind geschockt von der Masse an Menschen, obwohl wir durch einen frühen Start vom Zeltplatz neben der Othere Hütte die meisten nicht oder nur aus der Ferne zu Gesicht bekommen. Der grossartige "Red Creater" und die Emerald Lakes sind ein überwältigender Anblick. Landschaftlich ist das Tongariro Gebirge unbestreitbar eine imposante Erfahrung.

Bei optionalen Aufstieg zum Gipfel des Mt. Ngauruhoi, eher bekannter unter dem Namen Mt. Doom, welcher der noch aktive Vulkan im Herr der Ringe Film trägt, wundern wir uns darüber, wer alles da den Hang hinauf kriecht. Ausrüstung und alpine Erfahrung einiger Gipfelstürmer sind geradezu furchterregend. Der Aufstieg ist mit 45 Grad Gefälle sehr steil und die Felsen äusserst brüchig. Die Aussicht von oben jedoch gewaltig.

Am Abend des letzten Tages gönnen wir uns dann noch eine halbe Stunde in den Hotpools der Piper Lodge.

Taupo, Hawk's Bay und Gisborne

27.4. bis 7.5.

 

Wir erreichen Taupo an einem bewölkten Nachmittag und erledigen zuerst mal unsere üblichen Pflichten. D.h. Einkaufen, Waschen und natürlich Kaffee trinken. Wir erkunden zudem das Städtchen am See und bestaunen die etwas zusammengewürfelte Kollektion einer Kunstgallerie. 

Am nächsten Tag besuchen wir die berühmten Hukka Falls, welche eigentlich eher Stromschnellen sind. Um etwas schneller und gemütlicher die Wasserfälle zu erreichen leihen wir uns vom Hostel Velos. Sind wir nicht clever? Das wird ein kompleter Reinfall, was das gemütlich und schneller betrifft. Der als "einfach" gekennzeichneten Weg entpuppt sich als wilder Mountenbike Trail durch den Wald, welcher unzähliche scharfe Kurven, steile Aufstiege und Hindernisse umfasst. Wir erreichen komplett verschwitzt die Wasserfälle und brauchen am Ende wohl fast so lange wie zu Fuss. Zum Abenteuer gehören dann auch einiger wüster Worte zum Fahrrad dazu. Giorgio ist und bleibt wohl sein Leben lang ein Velo-Muffel. Das türkisfarbene und mächtig sprudelnde Wasser der Fälle weiss dann jedoch zu beeindrucken.

 

Unser nächster längerer Stopp in Hawks Bay erfolgt in Morere, wo wir eine Kabine auf Paul und Julie's Farm bewohnen. In nächster Umgebung gibt es Glühwürmchen, die rustikalen anmutenden Morere Hot Springs und die dazugehörigen Bush-Walks zu erkunden. Unser Versuch auf der Mahia Peninsula im Meer zu baden endet in einer langen Odyssee mit dem Auto auf der Suche nach dem oder irgendeinem nennenswerten Strand. Alle Cafeshops entlang der sich wild schlängelnden Strasse sind bereits geschlossen. Endlich am Strand angelangt, ist uns das Wasser beim starken Wind dann zu kalt... wir Warmduscher. Zurück in unserer cosy Cabin dann die unerfreuliche Entdeckung, Sarah hat bei einschmieren der Sonnencream ihre Uhr liegen gelassen. Sowas musste ja mal kommen. Also ab ins Auto und das ganze rumgegurke nocheinmal... ein echter "Spazierfahrtag", Juhuuii. Immerhin liegt die Uhr noch unversehrt dort und kann von uns erfolgreich geborgen werden.

 

In Gisborne übernachten wir bei Berry, einem 71 jährigen pensionierten Koch und Tourismus-Guru. Sein leicht überteuertes B&B briliert vorwiegend beim von ihm höchstpersönlich zubereiteten "continental and cooked breakfest". Dieses ist üppig und lecker.Für unsere geführten Weintour können wir den Boden gut gebrauchen. Von Tourguide Nesbit erfahren wir noch so einiges über die illustre Geschichte von Gisborne (z.B. das Poverty Bay Massacre oder das Lady Di keinen Baum pflanzte, sondernd das dies unser tüchtiger Guide zusammen mit Charles in ihrem Namen verrichten musste. Die Weindegustationen waren dabei nur ein gelungene Nebenbeschäftigung (wir haben 2 Flaschen erstanden). Zum Schluss besuchten wir noch die Schenke der lokalen Brauerei. Die gesamte Tour bestritten wir mit Silvie und ihrem jugendlichen Sohnemann Viktor, zwei reichen Schnösseln aus Auckland, welche für den Ausfug extra per Flugzeug angereisten sind. Sie waren beide sehr nett, interessant und etwas abgehoben. 

Rotorua

7.5. bis 10.5.

 

Wir erreichen Rotorua mit einem Zwischenstopp in der Waioeka Schlucht am frühen Nachmittag. Unsere Airbnb Wohnung ist gross, geräumig und gut ausgestattet. Wir kochen selber und geniessen einen Abend "Zuhause". 

Da wir uns beide extrem über die Homepage des Redwood Mountenbike Park aufregen (Umständliche Beschreibung im Biker-Slang, keine einsehbare Karte des Waldes, die gibt es nur als Schnäppchen im Shop für 20$ zu kaufen und ätzend übertriebenes Marketing Geschwafel), ändern wir unsere Meinung und erkunden die Region mit Auto und zu Fuss.

 

Wir besichtigen das eindrückliche "Thermal Wunderland". Dort gibt es heisse schwefelhaltige und eisenhaltige Vulkanseen, Kratet, Dampfaustritte und Schlammpools zu sehen. Für das Auge wir damit viel geboten. Die grellen Farben der vulkanischen Ablagerungen sind atemberaubend. Ggf. liegt das eher am Geruch, dieser ist durch den Schwefel eher streng (faule Eier). Am Abend plantschen wir im Polynesien Spa, eines der vielen Thermalbädern.

 

Tags darauf spazieren wir um den schmucken aber etwas langweiligen Blue Lake... ein beliebter Name ... wir sind breits um 1 bis 2 andere Bluelakes gewandert. Insgesamt trifft dies irgendwie auf das meiste zu. Irgendwo haben wir das meiste auch woanders schon mal gesehen. Zudem sind wir es etwas müde, überalhin mit dem Auto hinzufahren. Wir beschliessen deshalb direkt bis Auckland weiterzureisen und dort unsere Pläne bis ganz in den Norden zu fahren gründlich zu überdenken.

Auckland und Orewa

10.5. bis 22.5.

 

Sarah und Giorgio besuchen die Grossstadt. In Auckland haben wir bei viel Regen ein intensives Cafe- und Restaurantweekend eingelegt. Als sich der Gewittersturm verzogen hat, genossen wir einen Stadtspaziergang mit viel Aussicht vom Mt. Eden und von der Spitze des Sky Towers.

Die nächsten zwei Tage durften wir mit der Familie von Torstens Schwester Katy verbringen. Sie hat unsere Sachen aufbewahrt, welche wir auf dem TA nicht mehr gebraucht konnten. Dafür möchten wir an dieser Stelle nochmals herzlich Danke. Zusammen haben wir gefrühstückt, eine typisch neuseeländisch schlammige Wanderung an der Westküste unternommen und den besten Burger von Auckland verspeist, yummy. 

 

Danach sind wir mit einem 2er Seakayak für zwei Tage in der Bucht von Auckland herumgepaddelt. Dabei haben wir Browns Island, Motuihe Island und auf dem Rückweg die ruhende Vulkaninsel des Motutapu besucht. Unser Guide, Logen, hat dabei auf uns Grünschnäbel und Landratten aufgepasst. Zudem wurde für uns Tee gekocht und Lunch aufgetischt (Sandwichereien) und Dinner (Steak, Salat und Grandmas Schokoladenpudding) zubereitet. Zufrieden und erschöpft erreichten wir am nächsten Abend nach unserem Inselhopping wieder das sichere Festland. Geblieben sind uns gute Eindrücke, das Wissen, dass wir mehr oder weniger synchron gemeinsam ein Paddel schwingen können und ein ordentlicher Muskelkater. Die immer gleiche Bewegung geht ans Gewebe oder so.

 

Für die nächsten Tage wohnen wir in einer Airbnb Wohnung in Orewa und planen diverse Tagesausflüge. Das mieserable Wetter schränkt uns dabei etwas ein. Zudem gibt es einiges an administrativen Arbeiten zu erledigen, Flug umbuchen, Kreditkartengeschäfte bereinigen und eine Banküberweisung ist zu tätigen. Da hier in Neuseeland langsam der Winter Einzug hält, haben wir beschlossen mit einem dreitägigen Zwischenstopp in Hong Kong 14 Tage früher heimzukommen. Das ermöglicht uns den Sommer in der Schweiz etwas länger zu geniessen. Dazu waren knapp ein halbes dutzend E-Mails und zwei Anrufe bei Swiss int. Airlines notwendig.

Whangarei Heads

22.5. bis 29.5.

 

Wir kurieren unsere Reisemüdigkeit und verbringen eine Woche zur Enspannung in einem Retreat in der Bucht des Whangarei Distrikts.

Wir beginnen unseren Tag mit Jogga, unternehmen einige lockere Spaziergänge von je 2 bis 3 Stunden in den Wäldern und an den Stränden der Region und lassen uns vegetarisch und nutriistisch bekochen. Landschaftlich hat die Halbinsel einiges zu bieten, felsige Hügelzüge, dichte Wälder, gewaltige Strände und Kiwis, angeblich. Trotz herumstolpern im dunklen Wald mit unseren Stirnlampgen kriegen wir wieder keinen der raren Vögel zu sehen... nur hören können wir sie rundherum. Am Abend lesen wir und Ruhen uns von den Ferien aus. Ist das nicht absurd.

Beim Laufen treffen wir noch eine Schweizer TA Hikerin, welche wir vor mehreren Wochen im Tongariro National Park und auch auf der Südinsel getroffen haben. Schön wieder mal schwizerdütsch z redä.

 

Nach einer Woche Enspannung kehren wir revitalisiert nach Auckland zurück. Wir freuen darauf Hongkong zu besuchen.

Rückkehr nach Auckland und Abflug

29.5. bis 31.5.

 

Wir verbringen noch zwei hektische Tage in der Grossstadt, bevor wir zur chinesischen Metropole Hong Kong aufbrechen. Geschenke kaufen und mit Freunden essen ist angesagt. Dies nimmt die ganze Zeit in Anspruch.

Am letzen Tag gilt es nur noch das Mietauto zurückzugeben. Yeahh auf nimmerwiedersehen Cruze! Kauft euch bloss nie ein solches australisches Auto. Zudem müssen wir unsere verbleibenden Gaskanister loswerden. Dann gilt es einchecken (unsere Rucksäcke wiegen mit Geschenken nur leichte 17 kg) und am Gate auf den Abflug zu warten. Dort verkürzt uns eine traditionelle Tanzeinlage einer Maoritruppe die Wartezeit. Diese wird für einen Staatsgast vorgetragen. Wir wissen immer noch nicht, wer da mit allen Ehren empfangen wurde. Egal, uns gefällt das kostenlose Unterhaltungsprogramm.